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Fünftklässler bringen Weihnachtsfreude ins Karl-Gerok-Stift

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(FATH) Mit selbstgestalteten Karten haben Schülerinnen und Schüler der Ottmar-Mergenthaler-Realschule Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenstifts überrascht.

Statt Unterricht im Klassenzimmer stand für die Klasse 5b der Ottmar-Mergenthaler-Realschule in Kleinglattbach am Montagvormittag ein besonderer Besuch auf dem Stundenplan. Gemeinsam mit ihrer Kunstlehrerin MakisaFathai und Klassenlehrerin Britta Mathe machten sich 26 Schülerinnen und Schüler auf den Weg ins Karl-Gerok-Stift in Vaihingen an der Enz. Im Gepäck hatten sie selbstgestaltete Weihnachtskarten, die sie persönlich an die Bewohnerinnen und Bewohner überreichten.

Das Seniorenstift, das von der Evangelischen Heimstiftung betrieben wird und in der Hanglage des Sonnenbergs liegt, wurde für eine Stunde zum Ort lebendiger Begegnungen. Empfangen wurden die Kinder von Herrn Ries, der den Besuch gemeinsam mit der Schule geplant hatte. Zusammen gingen sie von Wohneinheit zu Wohneinheit. Dort trafen die Kinder auf Seniorinnen und Senioren, die gerade Zeitung lasen, beim Essen waren, gemeinsam fernsahen oder die Ruhe in ihren Zimmern genossen.

Entstanden ist die Aktion im Rahmen des Kunstunterrichts zur Adventszeit. Die Schülerinnen und Schüler hatten im Vorfeld rund 130 Weihnachtskarten gestaltet. Sie entwarfen im Team eigene Stempel, bedruckten die Karten von Hand und formulierten passende Texte.

Im Klassenzimmer erinnerte die Arbeit zeitweise an eine kleine Weihnachtswerkstatt

Ziel des Projekts war es, mit kreativer Arbeit anderen Menschen eine Freude zu bereiten.

Entsprechend groß war die Neugier und Aufregung der Kinder beim Besuch im Stift. Viele gingen zunächst vorsichtig auf die Bewohnerinnen und Bewohner zu, stellten sich vor und erzählten von ihrem Projekt. Schnell entwickelten sich daraus Gespräche. Die Karten wurden zum Anlass, Erinnerungen zu teilen, von früheren Weihnachtsfesten zu erzählen oder einfach miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Reaktionen der Seniorinnen und Senioren waren durchweg herzlich. Es wurde gelächelt, gedankt, Schokolade angeboten und sogar gefragt, ob man etwas für die Klassenkasse spenden könne.

Ein besonders bewegender Moment entstand, als spontan gemeinsam Weihnachtslieder gesungen wurden. Ein Bewohner stimmte „Fröhliche Weihnacht überall“ an, andere fielen ein, ebenso die Kinder und das Pflegepersonal. Auch in der Wohneinheit für Menschen mit Demenz begegneten die Schülerinnen und Schüler den Bewohnerinnen und Bewohnern mit großer Sensibilität. Zuvor hatte Herr Ries erklärt, warum diese Wohneinheit anders ist. Ein Schüler berichtete daraufhin von eigenen Erfahrungen aus seinem Umfeld, was den Kindern half, besonders aufmerksam und respektvoll zu sein.

Immer wieder zeigten die Schülerinnen und Schüler dabei ein feines Gespür füreinander. So bemerkte Alesia, dass ein Bewohner noch keine Karte erhalten hatte, und kehrte noch einmal zurück, um ihm persönlich eine zu überreichen. Andere Kinder hörten aufmerksam Lebensgeschichten zu oder nahmen sich Zeit für kurze Gespräche.

Aus diesen Begegnungen heraus rückten im Karl-Gerok-Stift für eine Stunde Generationen näher zusammen. Auch für die Kinder selbst hinterließ der Besuch einen bleibenden Eindruck. Auf dem Rückweg zur Schule sagte Schülerin Lara: „Andere Menschen glücklich zu machen, macht so glücklich.“

Als Schule bedanken wir uns beim Karl-Gerok-Stift, bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie beim engagierten Pflegepersonal für die herzliche Aufnahme. Ein besonderer Dank gilt Herrn Ries und Frau Trautwein für die gemeinsame Organisation und die wertvolle Begegnung.